Tschüss Nokia…

July 11th, 2011 by Christophe Grévent Leave a reply »

So, nach einer längeren Treue zu Nokia, habe ich mir ein Android-Telefon geholt, ein HTC Desire Z. Warum? Lasst es mich hier in diesem Blogeintrag kurz schildern…

In vielen Hinsichten war ich mit meinem N8 auch zufrieden. Auf dem Papier war alles, was ich brauchte, da: Photos um Notizen zu ersetzen, Email-Client mit mehreren Accounts, Synchronisierungsmöglichkeit über SyncML mit Funambol (siehe Nokia Symbian und Linux). Telefoniefunktionen, funktionierendes Bluetooth usw. waren für mich wesentlich und auch ein Grund, eher bei Nokia
zu bleiben. Aber nach ein paar Wochen / Monaten Nutzung, hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Das Risiko der fehlenden Tastatur war mir von vornherein bewusst, jedoch lahmt die Nokialösung an der Art, wie es integriert wurde. Das Gerät ist einfach langsam. Swype ist zwar ganz nett, und funktioniert auch gut, jedoch ist es für mich nicht vernünftig einsetzbar, da ich gerne zwischen mehreren Sprachen “umswitche”, und dieses nur umständlich ging…
  • Das Gerät ist langsam. Um ein Photo mit der sehr guten Kamera zu schiessen, muss man 1-2x drücken, dann kommt irgendwann eine Verzögerung, und vielleicht passiert etwas. Kurzum: brauchbar, aber nicht gut. Die fehlende Geschwindigkeit findet sich überall wieder… Der Webbrowser ist langsam. Der Zoom-Mechanismus auch. Es funktioniert alles, aber immer mit Verzögerung. Nicht schön, vor allem nicht für ein “High End”-Gerät wie es das N8 sein will. Apple macht es hier seit Jahren vor, und Google Phones haben da nachgezogen.
  • Das Display ist einerseits sehr gut, vor allem in Hinsicht Lesbarkeit, andererseits ist die Auflösung enttäuschend niedrig. Für Webseiten ist es blöd. Da dieses kein “Muss” für mich war, ist es nicht wirklich schlimm… Aber gerade wenn ich Emails mit meinem HTC bearbeite, merke ich immer wieder, dass “mehr” im Alltag einfach angenehmer ist.
  • Das “Ökosystem” ist aufgrund der Komplexität von Symbian nicht aufzubauen. Persönlich ist meine Vermutung, dass die Entwicklung in Richtung “mobile Geräte” steigen wird. Ich habe mir deshalb mal ein wenig die Entwicklungsumgebungen angesehen. Qt war vielversprechend – aber noch nicht reif für Symbian. Symbian “Nativ” ist zu komplex. Android ist hier deutlich weiter…
  • Das Letzte sind die strategischen Wirrungen von Nokia. Ob Windows / Microsoft die Lösung ist, wage ich zu bezweifeln, jedoch bedeuten die Entscheidungen erst einmal, dass ich kein Invest, weder an Know-how, als auch an Geld oder Zeit in Symbian tätigen werde… Und meine Empfehlung an Nokia: Bringt so schnell wie möglich ein Gerät mit Windows raus! Was derzeit erfolgt ist, ist höchstgradig unprofessionell: Man macht eine Ansage, die das alte System begräbt, hat aber keine Alternative zu bieten! Sehr sehr überraschend…
  • Positiv ist, dass es kompakt ist… Ganz angenehm im Alltag eigentlich. Da kommt das Desire Z einfach nicht mit…
  • Es sind wider meinen Erwartungen doch ab und zu Bugs vorhanden. Emails werden irgendwann nicht mehr korrekt abgerufen, Bluetooth reisst doch ab und zu ab, … Android auf dem Desire Z funktioniert stabiler!

Ehrlich gesagt ist das HTC im Vergleich eine Offenbarung. Die Funktionalität ist objektiv dieselbe. Aber alles funtkioniert, schnell, ohne zu zögern, ich habe das Gefühl, ein stimmiges Gerät zur Verfügung zu haben. Die Java
Entwicklungsumgebung geht in dieselbe Richtung. Es ist modern, nicht zu komplex, wunderbar. Und das findet man logischerweise bei den “Apps” wieder, es gibt einfach sehr viele (z.T. schon zu viele!)… Kurz: das Nokia Gerät ist gut, aber es gibt für den gleichen Preis einfach deutlich bessere… Die Wahl des HTC Geräts bereue ich wirklich nicht…

Viele Grüße,

Christophe Grévent

Werbung

Other Posts related to this topic:

Leave a Reply


9 + five =